Kapitän Ante und seine achtköpfige Crew fischen Sardinen mit der Lichtfang-Methode vor der kroatischen Küste. In mondlosen Nächten reagieren die Fische auf das Licht und sammeln sich zu Tausenden unter dem Schiff.
Als gegen drei Uhr in der Frühe die Schweinwerfer gelöscht werden, ist es mit einem Mal stockfinster an Bord des Fischkutters Ogorje, und die Geräusche erscheinen unnatürlich laut in der Dunkelheit: Das Knarren der Seile, das Lecken der Wellen, die murmelnden Stimmen der Besatzung. Alle haben sich an der Reling versammelt, um dem Beiboot mit den Blicken zu folgen, das sich langsam vom Schiff entfernt. Zwei kräftige Strahler sind an seinem Heck befestigt und wie überdimensionierte Nachttischlampen aufs Wasser gerichtet.
Dannenberg, November 2011.
Wieviel Kartoffeln kann man am Tag schälen, wenn die Temperatur sich um Null bewegt und die Finger nicht mehr so richtig wollen? Die Antwort auf diese Frage kann vielleicht ein ertappter blinder Passagier auf einem Polarmeerschiff geben, sicher aber kennen sie die Helferinnen und Helfer der Volxküche Wendland, die alljährlich die Anti-Castor-Proteste begleitet und bekocht. Ja, das schreibt man so – eine Volxküche ist eine linksalternative Veranstaltung, und da mag man zu Recht den Volksbegriff nicht besonders. Zugleich aber möchte man sich auch als Fortsetzung einer sehr langen Tradition verstanden wissen: Fast 150 Jahre kann man die Geschichte der Volksküchen, also der privat und ehrenamtlich organisierten Versorgung großer Mengen bedürftiger Menschen mit Essen zu Selbstkostenpreisen oder gegen freiwillige Spenden, zurückverfolgen. Weiterlesen
DAS HAMBURGER WOHNZIMMER ist ein Projekt von Carsten Uhlig mit Fotografien von Bente Stachowske, mit einem Beitrag von Manfred Sack und in Kooperation mit dem Hamburger Junius Verlag.
Das Buch zeigt Bewohner Hamburgs, die sich mit der Stadt identifizieren, sie prägen, in ihr wohnen und ihr buntes, pulsierendes Treiben bestimmen, in ihren vier Wänden. Fern des Klischees von einer langweiligen Kaufmannsstadt, kleine Geschichten, in Farbe fotografierte Wohnzimmer, ein kleiner Platz in der Behausung, unaufgeräumt, ehrlich, charmant, ein Ort, der uns einstimmt, verstimmt und weckt.
Die Serie 90° zeigt Menschen bei der Arbeit – es ist Arbeit im klassischen Sinne, Arbeit, die man mit dem Körper macht, oft harte, anstrengende Arbeit. Durch die Wahl der ungewöhnlichen Vogelperspektive jedoch werden die Motive stark ästhetisiert und ins Malerische entrückt. Linien, Formen und Farben treten in den Vordergrund, das Geometrische wird zentral, das Bild verliert die unmittelbare Lesbarkeit. Erst in einem zweiten Schritt erschließt sich dem Betrachter, dass er eine alltägliche Situation vor sich sieht – nicht das Motiv ist neu, es ist die Betrachtungsweise, die Neues daran entdeckt und veranschaulicht.
Die Aufnahmen sind 2009 in Hamburg und Umgebung entstanden.
Am Sonntag, dem 7. November 2010, besetzt eine Menge von zeitweise bis zu 5000 Menschen die Gleise auf dem Kilometerabschnitt 188 in Harlingen, zwischen Lüneburg und Dannenberg Ost. Es ist die größte Schienenblockade in der langen Geschichte des Widerstandes gegen die Atommüll-Transporte aus dem französischen La Hague ins Wendland. Erst am Tag darauf gelingt den Einsatzkräften der Polizei die Räumung. Der friedliche Protest auf der Schiene hat den Transport für rund 12 Stunden aufgehalten, viele andere Aktionen der Atomkraftgegner haben für weitere Verzögerungen gesorgt. Die elf Castor-Behälter erreichen am Dienstag mit insgesamt 92-stündiger Verspätung das Zwischenlager Gorleben.
Für verschiedene Auftraggeber dokumentierte Veranstaltungen in Hamburg und anderswo.
Die Anti-Atom-Bewegung begleite ich schon seit einigen Jahren. Die Bilder entstanden im Auftrag verschiedener Organisationen und Kampagnen während dieser Zeit.




























































































































































































